Eine einzelne Kristallstruktur mit geometrischen Facetten steht isoliert auf einer ebenen, weißgrauen Oberfläche–das Bild zeigt, wie aus formlosen Ausgangsmaterialien durch Ordnung und Struktur Präzision entsteht.
Autor: Author: David Latz ·

Context Engineering: Ein Knowledge OS mit Claude aufbauen

TLDR

Was passiert, wenn man aufhört zu prompten und anfängt, Kontext zu architektieren. Ein Praxisbericht über den Aufbau eines git-versionierten Knowledge OS – und was ich dabei über die Arbeit mit LLMs gelernt habe.

Reasoning Seed

Ein Reasoning Seed ist ein strukturierter Prompt, den du in dein KI-Reasoning-Tool kopieren kannst (Claude, ChatGPT, Obsidian, Notion). Er enthält die These des Artikels und die zentrale Spannung — bereit für deine eigene Analyse.

A Reasoning Seed is a structured prompt you can copy into your AI reasoning tool (Claude, ChatGPT, Obsidian, Notion). It contains the article's thesis and central tension — ready for your own analysis.

Spannung

Wenn der Kontext die Qualität der Antwort bestimmt – wird Wissensarchitektur zur eigentlichen Kernkompetenz?

· Auf LinkedIn diskutieren Discuss on LinkedIn

Wesentliche Insights

1 – Von Prompting zu Context Architecture

Der Unterschied: Prompting heißt Anweisungen schreiben. Context Engineering heißt, die Umgebung zu gestalten, in der ein LLM denkt. Das ist nicht dasselbe – ein guter Prompt liefert eine gute Antwort; ein gutes Kontextsystem liefert konsistent gute Antworten über Sessions, Aufgaben und Domänen hinweg. Mein Setup: ein git-versioniertes Markdown-Repository (Obsidian Vault) mit einem 3-Layer-Kontextprinzip, das jede LLM-Interaktion speist.

2 – Das 3-Layer-Kontextprinzip

Layer 1 (Global): CLAUDE.md + Systemdateien – wer ich bin, wie ich arbeite, welche Konventionen gelten. Immer präsent. Layer 2 (Projekt): Jeder Track hat eigene README und Status – Kontext wird auf die aktive Domäne eingegrenzt. Layer 3 (Task): Einzelne Dateien, Skills, Commands – das spezifische Material für die jeweilige Aufgabe.

Warum das funktioniert: Das LLM bekommt progressiv engeren Kontext, ohne das Gesamtbild zu verlieren. Kein redundantes Wiedererklären. Kein Kontextdrift über Sessions hinweg.

3 – CLAUDE.md als lebendes Dokument

Keine statische Konfigurationsdatei – ein sich ständig weiterentwickelndes Dokument, das Arbeitsstil, Konventionen, Projektlandschaft und Entscheidungsrahmen codiert. Die wirkungsvollste einzelne Datei im System. Jede Änderung an Rollen, Tools oder Projekten propagiert durch eine Abhängigkeitsmatrix, um das gesamte System konsistent zu halten.

4 – LLM-agnostisch by Design

Das Knowledge OS ist tool-agnostisch: reines Markdown, git-versioniert, keine proprietären Formate. Claude Code ist heute das primäre Interface, aber die Architektur hängt nicht davon ab. Skills und Commands sind die einzige Claude-spezifische Schicht – ihre Logik ist dokumentiert und übertragbar. Das ist eine bewusste Designentscheidung: Das Wissen soll jedes einzelne Tool überdauern.

5 – Was sich in meiner Praxis tatsächlich verändert hat

Konkrete Ergebnisse in sechs Bereichen:

6 – Lessons Learned: Was nicht funktioniert

Einordnung

Das hier ist ein Erfahrungsbericht aus erster Hand – geschrieben von demjenigen, der das beschriebene System gebaut hat und täglich nutzt. Diese Nähe ermöglicht konkrete Aussagen über Praxistauglichkeit und Grenzen, erzeugt aber auch einen blinden Fleck: Die Bewertung des eigenen Systems ist unvermeidlich durch die investierte Zeit und die persönliche Passung gefärbt. Ein Informationswissenschaftler würde die Knowledge-Management-Aspekte systematischer einordnen; ein Software-Architekt würde die Skalierbarkeit kritischer prüfen.

Kritische Einordnung

Warum Designer sich dafür interessieren sollten

Was noch fehlt

Diskussionsfragen

01 Kontext als Produkt: Wenn Context Engineering das neue UX für AI ist – wie sähe ein „Context Design System” aus? Wiederverwendbare Patterns, geteilte Konventionen, komponierbare Layer?

02 Design Leadership: Wie helfen wir nicht-technischen Teammitgliedern, effektive Kontextsysteme aufzubauen? Gibt es einen niedrigschwelligen Einstieg, oder braucht es technische Kompetenz?

03 Knowledge Debt: Jedes Wissenssystem akkumuliert Schulden. Was ist eine nachhaltige Wartungspraxis – und ab wann übersteigen die Wartungskosten den Wert des Systems?

04 Beyond Solo: Das hier ist ein persönliches Knowledge OS. Was ändert sich, wenn man Context Engineering auf ein Team von 5, 15, 50 Personen skaliert? Was bleibt, was bricht?

Quellen

Glossar

Context Engineering Gestaltung der persistenten Informationsumgebung, in der ein LLM arbeitet – jenseits einzelner Prompts. Umfasst System-Prompts, Dateistrukturen, Konventionen und Abhängigkeitssysteme.

Knowledge OS Ein strukturiertes, git-versioniertes Wissens-Repository, das sowohl menschliches Denken als auch LLM-Kontext bedient. Reines Markdown, tool-agnostisch, mit geschichteter Kontextarchitektur.

3-Layer Context Architektur-Pattern: Globaler Kontext (Identität, Konventionen) → Projektkontext (Domäne, Status) → Task-Kontext (spezifische Dateien, Commands). Verengt den Scope progressiv, ohne die Kohärenz zu verlieren.

CLAUDE.md Eine Instruktionsdatei auf Projektebene, die Claude Code beim Session-Start liest. Funktioniert als „System Prompt” für ein Repository – codiert Identität, Konventionen und Navigation.

Weiter denken.

Keep thinking.

Dieser Artikel endet hier — die Diskussion nicht. Auf ✳︎ Panoptia Labs gibt es strukturierte Diskussionsfragen, die du direkt in dein Reasoning-Tool übernehmen kannst.

Diskussion vertiefen ↗ Go deeper ↗